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Mehrere Kinder der Katholischen Grundschule Olpener Straße klagen seit dem Umzug in Container über Übelkeit und Unwohlsein. Die Eltern vermuten eine zu hohe Konzentration des Schadstoffs Toluol in den Räumen.
Brück - Das Lösungsmittel Toluol sorgt bei Brücker Eltern für Wirbel. Seit der Unterricht an der Katholischen Grundschule Olpener Straße zu Ostern wegen der Sanierungsarbeiten am Schulgebäude in Container verlagert wurde, klagen einige der Schüler über Übelkeit und Unwohlsein. Andere leiden an Erkrankungen der Atemwege. Die Eltern verlangen nun vom Gesundheitsamt umfassende Information.
„Als bei meinem Sohn Marlo Antibiotika gegen Erkältungssymptome nicht
anschlugen, ließ ich ihn Ende Mai vom Umweltmediziner Gregor Will in
Leverkusen untersuchen“, sagt Vater Matthias Frings. Der habe keine
Infektion, aber einen erhöhten Toluol-Wert im Urin festgestellt. „Da
Marlo über Geruchsbelästigungen im Klassenraum klagte, riet ich dem
Vater, sich umgehend mit der Schulleitung in Verbindung zu setzen“,
bestätigt Will.
Das ist Toluol
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| Toluol ist eine Benzol-Verbindung, die den so genannten Aromaten zugerechnet wird und unter anderem als Lösungsmittel für Farben und Klebstoffe dient. Das Einatmen der Dämpfe kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Symptome sind unter anderem Müdigkeit, Unwohlsein, Empfindungsstörungen oder Störungen der Bewegungskoordination. Toluoldämpfe reizen unter anderem die Augen und Atemwege schwer. |
Frings informierte daraufhin Thomas Clingen, dessen Tochter Jill wie
Marlo die Klasse 4a besucht. Die klagte nach der Schule ebenfalls über
Kopfweh und Unwohlsein. Ihr Blutbild bestätigte die Befürchtung.
Clingen: „Der Normbereich von Toluol liegt bei einem Nanogramm pro
Milliliter. Jill wies 10,8 Nanogramm auf.“ Die Eltern ließen sich gleich
mit untersuchen - mit negativem Befund. Sie vermuten, dass der
Schadstoff aus den Farben und Klebstoffen der Schulcontainer entweicht
und die Kinder ihn einatmen. Das Gesundheitsamt hat bereits im Frühjahr
bei Routine-Messungen der Luft derartige Ausdünstungen festgestellt, sie
aber als unbedenklich eingestuft.
„Gerhard Wiesmüller vom Gesundheitsamt hat unsere Bitte nach einer neuen
Messung mehrmals abgelehnt. Erst vor wenigen Tagen ist dann doch eine
erfolgt“, so Frings weiter. Danach liegen sich die Toluolwerte in den
Containern unterhalb der Grenzwerte. Wiesmüllers Erklärung für die hohen
Belastungen bei den beiden Kindern: Sie hätten den Stoff auch durch
Kauen an Radiergummis oder Malstiften in den Körper aufnehmen können.
Das akzeptieren die Väter nicht: „Wir wollen Klarheit.“
Nun kommt Bewegung in die Sache. „Herr Wiesmüller hat heute meinen
detaillierten Befund angefordert“, sagte Gregor Will am Dienstag dem
„Kölner Stadt-Anzeiger“. Anne Bunte, die Leiterin des Gesundheitsamts,
hat für den heutigen Mittwoch die Schulleitung und die Eltern zu einem
Gespräch eingeladen. „Uns liegen seit heute die Messergebnisse der
Proben vor, die wir vor einer Woche genommen haben.“
Die will das Gesundheitsamt auf dem Treffen erläutern. Die Werte an
Toluol seien geringer als aus den Messungen zu Jahresbeginn und im
Frühjahr. Sie als „überzeugte Mutter“ könne die Sorgen der Eltern gut
verstehen, sagte Anne Bunte. Auf ihre Mitarbeiter sei zu „100 Prozent
Verlass. Die gehen sehr sauber vor und wissen, wo sie zu suchen haben.“
Wiesmüller nehme seine Arbeit sehr ernst. Für die Krankheitssymptome
könnten neben Toluol weitere Faktoren verantwortlich sein. Das gelte es
herauszufinden. Im Klassenzimmer der 4a seien die geringsten Werte
gemessen worden. Die Schulleitung wollte sich auf Nachfrage nicht zu der
Angelegenheit äußern.
Artikel von Uwe Schäfer im Kölner-Stadt-Anzeiger am 14. Juli 2010
Lesen Sie hierzu auch den Artikel vom 1. September 2009
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